Das Informationsangebot nutzen – sich für die Demokratie engagieren

Veröffentlicht am 14.06.2023 in Veranstaltungen

Der 90. Jahrestag der nationalsozialistischen Bücherverbrennung war der Anlass, um über den Umgang mit Informationen, mit Büchern, mit Meinungen zu diskutieren, um auf die aktuellen Gefahren aufmerksam zu machen. Die Bürgerstiftung hatte dazu die frühere Bundesjustizministerin und SPD-Bundestagsabgeordnete Herta Däubler-Gmelin eingeladen zu einer Diskussionsveranstaltung am 11. Juni in den Sitzungssaal des Gemeinderats im Rathaus. 

 

Den historischen Rahmen zeichnete als Einstieg Frau Bürgermeisterin Dr. Loff nach. Herta Däubler-Gmelin vertiefte das faschistische Unrecht indem sie auf den Punkt brachte, was der eigentliche Kern dieser nationalsozialistischen Aktionen war: Es sei nicht einfach nur um die Vernichtung ungeliebter Bücher gegangen. Die Faschisten wollten die Köpfe der Menschen in Besitz nehmen, bestimmen, was sie denken sollten. Es sei also im Kern um Macht gegangen, um Herrschaft über Menschen. Dieser Besitzanspruch der Nationalsozialisten schlug sich natürlich nicht nur in der Vernichtung von Büchern nieder, letztlich auch in der grausamen Ermordung von Millionen von Menschen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern. 

 

Die Diskussion fand schnell den Weg zu aktuellen Fragen. Auch heute geht es um Macht und Einfluss und die moderne Technik kann viel Positives bieten – aber eben auch missbraucht werden. Solide Informationen, aber eben auch Fake News lassen sich in Bruchteilen von Sekunden um die Erde jagen. Medienkonzerne unvorstellbarer Größe werden von Kapitalkräftigen  aufgebaut, während die traditionellen Medien wie Zeitungen dahinschrumpfen. Deshalb ist es wichtig, dass die heranwachsenden Generationen nicht nur den handwerklichen Umgang mit den neuen medialen Techniken erlernen, sondern auch den kritischen Blick üben: Welche Interessen stehen hinter dieser Information, welche Fakten gehören dazu – und nicht zuletzt welche Bedeutung haben die berichteten Vorgänge für mich; etwas hochtrabender formuliert: in welchem gesellschaftlichen Machtgeflecht bewege ich mich, wo ist darin eigentlich mein Platz? 

 

Die heutige „Informationsflut“ hat ihren Reiz und ihre Vorteile, das wurde in den Diskussionsbeiträgen jüngerer Besucher deutlich. Unterstrichen wurde aber auch, dass dies die Austrocknung der Zeitungslandschaft nicht aufwiegt, dass guter Journalismus unverändert seine Bedeutung hat. Nicht minder wichtig sei, den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk als Quelle solider Informationen zu erhalten. Die Versuche, dieses Medium zu verschlanken, seien von wirtschaftlichen Interessen und politischen Machtbestrebungen angetrieben – und damit eine Gefährdung für unsere Demokratie.

 

Als historische Lehre wie aus aktueller Entwicklung sei es erforderlich, so Herta Däubler-Gmelin, sich für die Demokratie zu engagieren, was auch der kritische Umgang mit Informationen und Meinungen bedeute. Das Zitat von Heinrich Heine „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“ gelte leider auch heute noch, so das Fazit der ehemaligen Bundesjustizministerin – aber heute hätten wir Rechte, die helfen, unsere Demokratie, unsere Freiheit zu sichern, allerdings müssten wir uns engagieren.

 

Hermann Zoller

 
 

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