Peter Tauber, das verzeihen wir Ihnen nicht!

Veröffentlicht am 05.07.2017 in Bundespolitik

Entschuldigt sich jemand für ein böses Wort, was in der Erregung halt rausgerutscht ist, dann ist das schön und gut: Schwamm drüber. Peter Tauber, dem CDU-Generalsekretär, ist jetzt da auch etwas „rausgerutscht“. Schwamm drüber? In diesem Fall nicht.

„Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs“, hat Tauber einem freundlich fragenden Menschen auf Twitter um die Ohren gehauen. Schnell schlug Tauber eine große Welle der Empörung entgegen. Und dann entschuldigte er sich unter anderem so: „Fakt ist doch: Nur mit einer guten Ausbildung verdient man genug damit man nicht drei Mini-Jobs braucht, um über die Runden zu kommen!“ Das klingt nicht wirklich nach Einsicht und Entschuldigung.

Der CDU-Spitzen-Mann ist doch bestens informiert und kennt bestimmt auch die vielen Analysen über die Lage von Menschen, die einen Arbeitsplatz suchen – die Statistiken der Bundesanstalt für Arbeit, die Studien der Sozialverbände usw. Er weiß also, dass es auch in dem reichen Deutschland, in dem doch die Wirtschaft brummt, viele Menschen gibt, die jeden Euro dreimal rumdrehen müssen, weil sie von Armut bedroht sind oder sogar schon in Armut leben. Tauber weiß auch, dass hinter der offiziellen Arbeitslosenstatistik einiges an Realität versteckt ist, dass in Wirklichkeit eine Million Menschen mehr ohne Arbeitsplatz sind.

Tauber kennt auch die Statistiken auf die der DGB schon vor einiger Zeit hingewiesen hat: dass über zwei Millionen Fachkräfte von 25 bis 64 Jahren mit einem Berufsabschluss und fast 300.000 mit einem akademischen Abschluss ausschließlich in Minijobs beschäftigt sind. Und diese Zahlen beschreiben das Ausmaß dieses Problems nur unvollständig.

Vor diesem Hintergrund ist Taubers Entschuldigung unglaubwürdig. Sie ist eine Offenbarung, die belegt, wie zumindest in weiten Kreisen der CDU das wahre Leben von Millionen von Menschen in Deutschland wahrgenommen wird. Von einer solchen Partei ist keine Politik zu erwarten, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Auch wenn Merkel jetzt „Vollbeschäftigung“ verspricht, dann ist das nur eine Worthülse. 

 

Hermann Zoller

 

Weitere Informationen zum Thema: 

 

Die Arroganz der Macht

Die Schriftstellerin Thea Dorn hat den Tweet von CDU-Generalsekretär Peter Tauber kommentiert. Wir erinnern uns: Peter Tauber hatte gezwitschert „Vollbeschäftigung ist besser als Gerechtigkeit“, und hatte weiter ausgeführt, dass wenn jemand was Ordentliches gelernt habe, keine drei Minijobs bräuchte. Thea Dorn kritisierte den Politiker und mit ihm gleich die Politik, die weit von der Lebenswirklichkeit entfernt sei. Als freiberufliche Schriftstellerin erlebe sie die Umwälzungen in der Verlagswelt und dass die Honorare immer niedriger ausfielen. „Das ist nicht so, dass ich weniger zu tun hätte als vor zehn Jahren“, sagte Dorn. „Alle wollen nach wie vor Artikel, wollen Interviews, aber man merkt deutlich, dass die Zeiten, wo man davon einfach leben konnte, dass die vorbei sind.“

Das ganze Interview auf Deutschlandfunk Kultur

 

 

 

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