So kann man Steuern sparen.....

Veröffentlicht am 03.01.2021 in Europa

Hermann Zoller

„Oh, Du Fröhliche“ jubiliert Starbucks auf seiner Internetseite. Und dazu hat der Kaffee-Kocher auch allen Grund – so gut wie es diesem Unternehmen selbst in Corona-Zeiten geht. Das hier aufgespießte Beispiel stammt aus Österreich, aber es gilt für die ganze Europäische Union. Und damit kommen wir zu einigen Zahlen:

Die österreichische Niederlassung von Starbucks zahlte für das ganze Jahr 2019 lächerliche 2.848,43 Euro Steuern.

 

Da die Wiener Regierung wegen Corona Umsatz-Ersatz zahlt, ist auch Starbucks fürstlich bedacht worden: im November 2020 mit 800.000 Euro – was 280 Mal so viel ist, wie das Unternehmen im Jahr zuvor an Steuern gezahlt hat. Und es kommt noch ein Fixkosten-Zuschuss und Kurzarbeitergeld hinzu; diese Beträge rückt die Regierung aber nicht heraus.

 

Man kommt aus dem Wundern nicht heraus, denn diese Zahlen gehören auch noch dazu: Das österreichische Starbucks machte 2019 einen Umsatz von 14.611.683 Euro und 12 Cent, was durchschnittlich im Monat rund 1,2 Millionen Euro sind. Allerdings weist der Konzern am Jahresende nur einen Gewinn von knapp 70.000 Euro aus. Daraus errechnete sich die Ertragssteuer für Österreich von 2.848 Euro und 43 Cent.

Da drängt sich unwillkürlich die Frage auf, wie kann es dazu kommen, dass ein Unternehmen, in dessen 19 Filialen ein Cappuccino fast 5 Euro kostet, über 14 Millionen Umsatz einfährt nur so einen geringen Gewinn ausweist?

 

Mitleid müssen wir nicht in uns aufsteigen lassen, denn mit geschickter Nutzung von Steuerschlupflöchern lässt sich fette Beute in Sicherheit bringen und gleichzeitig beim Staat noch „mildtätige Gaben“ absahnen. Und das geht so:

Den sachkundigen Journalisten ist aufgefallen, dass Starbucks in seiner Bilanz eine Abschreibung von über einer Million Euro auf „immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens“ und über 7 Millionen sonstige betriebliche Aufwendungen ausweist. Hinter diesen Zahlen ist folgendes trickreich versteckt: Starbucks Coffee Austria bezahlt Lizenzgebühren für den Kaffeeverkauf an ein anderes Unternehmen des Starbuckskonzerns, das in den Niederlanden seinen Sitz hat. In den Niederlanden, werden Gewinne aus Lizenzgebühren sehr niedrig besteuert. Und so werden die Gewinne vom Kaffee-Verkauf in Österreich in den Niederlanden zu Lizenzgebühren.

 

Zwei Hinweise zum Schluss: Das hier geschilderte ist ein österreichisches Beispiel, aber ein europaweites Problem. Bemühungen, diese EU-Steuerschlupflöcher zu schließen sind bisher gescheitert. Bleibt die Frage: Warum?

 

Hermann Zoller – Die Fakten hat Marco Pühringer in der österreichischen Zeitschrift „kontrast.at“ geschildert.

 
 

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