Pestizid-Hersteller wird zur Daten-Krake

Veröffentlicht am 05.04.2019 in Politik

Die Bayer-Monsanto-Fusion ist keine gute Nachricht. Der Gigant verwaltet außer Saatgut, Dünger und Pestiziden auch jede Menge Daten.

Mit Bayer und Monsanto haben sich zwei der größten Agrarwirtschaftsunternehmen zusammengeschlossen. Interessant ist, dass laut einer Umfrage 90 Prozent der US-Amerikaner sowie 93 Prozent der Landwirte diese Fusion nicht gut finden. Bayer-Monsanto sei schlecht für Umwelt, die Verbraucher und auch für den Markt. So urteilt Tiffany Finck-Haynes, zuständig für Pestizide und Bestäuber bei „Friends of the Earth. Und sie weist auch auf eine Gefahr hin, die bisher nicht sonderlich beachtet wurde: der Mega-Konzern sei im Begriff, ein Datenmonopolist zu werden.

In den USA ist der moderne Bauer alles andere als IT-fremd. Programme verwalten schon jetzt wo wann gesät und geerntet wird, wo wieviel Dünger wann eingesetzt wird. Bauern bestücken ihre Felder mit Sensoren, überwachen das Wachstum mit Drohnen und steuern ihre Landwirtschaftsmaschinen mit dem Computer.

Bauern nutzen dabei Software, die quasi jeden Tag im Leben eines Ackers protokolliert. Sie führt Buch, wann wo gedüngt, gesprüht und umgegraben wird. Und sie schreibt Bauern teilweise direkt vor, wie viel Dünger und Pestizid sie für ihren Boden und ihre Kulturen einsetzen müssen, um einen optimalen Ertrag zu bekommen. Meist stammt die Software direkt von den Düngemittel- und Pestizidherstellern. Dabei entstehen große Mengen Daten.

Finck-Haynes befürchtet eine noch grössere Abhängigkeit der Landwirte von den Konzernen. Eine ihrer Sorgen ist auch das «Individual Pricing». Dadurch, dass zwei nebeneinanderliegende Farmen für die Konzerne direkt und im Detail vergleichbar sind, können Konzerne nicht nur ihre Produktion, sondern auch die Preise auf den einzelnen Abnehmer abstimmen.

Noch besteht landwirtschaftliche Software aus Einzelsystemen. Sie zu vernetzen, ist jedoch nur eine Frage der Zeit. Eine Drohne kann beispielsweise schon heute einen lokalen Schädlingsbefall feststellen. Für die Zukunft vorstellbar ist ein System, das die Wettervorhersage, die Düngemittelpreise und die Kosten von Landmaschinen mit einbezieht, um auszurechnen, wie der Befall am wirtschaftlichsten bekämpft werden kann.

Oder eben, um die Umsatzprognose zu senken, was außer dem betreffenden Landwirt noch viele andere interessieren dürfte. Vor allem dann, wenn diese Daten nicht nur für einen, sondern für viele Äcker verfügbar sind. Das ist nur eines der möglichen Szenarien. 

Darüber, wem die schon jetzt gesammelten Daten gehören, herrscht noch nicht einmal im datenbewussten Europa Einigkeit. Auch wenn er datengestützte Landwirtschaft generell befürworte und sie für umweltschonender halte, in Bezug auf Daten, die von Landmaschinen stammen, habe er Bedenken, sagte Hans Griepentrog von der Universität Hohenheim bei Stuttgart, in einem Gespräch mit der «Süddeutschen Zeitung». Die Hersteller versprächen zwar, dass sie die Daten nicht weitergäben, es gebe aber keine rechtlichen Grundlagen, das zu prüfen oder eine Weitergabe zu sanktionieren.

Daniela Gsschweng / infosperber  

 

«Bayer-Monsanto Merger: Endangering Our Health, Food, Farms & Planet», The Real News

/var/folders/d2/67bqfw1r8xjgds006s7hy3nr0000gp/T/com.microsoft.Word/WebArchiveCopyPasteTempFiles/icon_external.gif «Bayer, Monsanto and Big Data: Who will control our food system in the era of digital agriculture and mega-mergers?», Friends of the Earth
/var/folders/d2/67bqfw1r8xjgds006s7hy3nr0000gp/T/com.microsoft.Word/WebArchiveCopyPasteTempFiles/icon_external.gif «Mobilfunkstandard 5G: Mehr Bit für Bauern!», Die Zeit 
/var/folders/d2/67bqfw1r8xjgds006s7hy3nr0000gp/T/com.microsoft.Word/WebArchiveCopyPasteTempFiles/icon_external.gif «Der ferngesteuerte Acker», Süddeutsche Zeitung

 

 

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