Hermann Scheer ist tot. Er hat die Erde bewegt

Veröffentlicht am 17.10.2010 in Wahlkreis

Dr. Hermann Scheer

Die SPD Schwaikheim trauert um Dr. Hermann Scheer.

Ein Nachruf von Hermann Zoller, Stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins und Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion


Mit großer Betroffenheit haben viele Menschen die Nachricht entgegengenommen, dass Hermann Scheer gestorben ist. Kaum jemand kann fassen, dass dieser umtriebige Politiker plötzlich nicht mehr da sein soll, dass seine Stimme nicht mehr zu hören sein soll, dass dieser unermüdliche Arbeiter für eine friedliche und soziale Welt nicht mehr mit anpacken kann.

Gelegentlich zitierte Hermann Scheer den Satz des Archimedes „Gebt mir einen Platz, wo ich stehen kann, und ich werde die Erde bewegen“, um die Frage in die Runde zu streuen, wo Ansatzpunkte sind für die von ihm geforderten Maßnahmen zur Schaffung von Freiheit und Frieden. Aber er war selbst jemand, der die Welt bewegt hat. Wer ihn dabei ein wenig begleiten durfte, erleben durfte mit welchem Elan er für eine Wende in der Energieversorgung gestritten hat und welche Erfolge er dabei erreicht hat, der darf feststellen, dass Hermann Scheer die Globalisierung in seiner politischen Arbeit nicht nur beschrieben, sondern praktiziert hat. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass in der ganzen Welt die Nachricht von seinem Tod viel Betroffenheit ausgelöst hat.

Hermann Scheer hat als erster die Zeichen der Zeit erkannt, dass Öl und Atom keine Zukunft haben. Er wurde zu Recht als der „Sonnenkönig“ bezeichnet. Aber er war viel mehr – er war der bedeutendste Politiker unserer Zeit.

Der Abschied vom Öl, die Umstellung auf erneuerbare Energien waren für ihn nicht nur ein technisches oder eng wirtschaftliches Problem. Für ihn ging es um die gesellschaftliche Gestaltung unseres Lebens, um die Sicherung und Verbesserung der Demokratie und die Schaffung einer friedlichen Welt. Er wollte weg von Großstrukturen, von der Abhängigkeit weltweit agierender Energiekonzerne, hin zu einer dezentralen Energieerzeugung – nicht nur weil dies die technisch sinnvolle Lösung ist, sondern weil dies auch eine demokratischere Struktur ist, in der die Menschen vor Ort mitbestimmen können. Diese dezentrale Energieerzeugung war ihm darüber hinaus aus drei weiteren Gründen außerordentlich wichtig: so würden Kriege ums Öl vermieden und die gefährliche Atomindustrie abgeschafft, zum anderen könnten viele Arbeitsplätze in den Regionen entstehen.

Es ist keine Übertreibung festzustellen, dass heute auf bereits vielen Dächern Sonnenkollektoren Strom erzeugen und sich schon so viele Windräder drehen ist nicht zuletzt das Verdienst von Hermann Scheer. Er ist damit einer der erfolgreichsten deutschen Politiker. Das von ihm entworfene Erneuerbare Energien-Gesetz, das 2000 in Kraft trat, ist heute Vorbild in 47 Ländern.

Mit einem dicken Ausrufezeichen muss festgehalten werden: Hermann Scheer war ein unerbittlicher Kämpfer für die Demokratie. Nichts konnte ihn mehr aufregen, als wenn versucht wurde, mit falschen Behauptungen, mit unterschlagenen Informationen den Bundestag oder mit Medienkampagnen die Meinung der Bürgerinnen und Bürger zu manipulieren. Hermann Scheer hielt es steht mit der klaren, nüchternen Analyse aus der er dann die Konsequenzen ableitete. Hatte er für sich so ein Ziel erarbeitet, dann setzte er sich entschlossen dafür ein. Dass sich Hermann Scheer um so viele Politikfelder gekümmert hat, das findet seine Erklärung darin, dass er in Zusammenhängen dachte – eine Tugend, die heute nicht mehr sehr verbreitet ist, obwohl sie notwendiger ist denn je.

Deshalb passt es auch ins Bild, dass sich der „Solarkönig“ mit viel Kraft gegen die Privatisierung der Bahn eingesetzt hat – und das mit Erfolg. Mit einer beeindruckenden Rede hat er einen ganzen Parteitag umgestimmt und so die Verschleuderung von Volksvermögen verhindert, was ihm bis heute manche übel nehmen.

Hermann Scheer war kein Bequemer. Er wollte auch nicht von allen geliebt werden. Er wollte die von ihm als richtig erkannten Ziele erreichen. Er hat in aller Welt viele Mitstreiter gefunden. Er wird uns sehr fehlen. Aber seine Analysen, seine Vorschläge, seine Ziele haben so viel Überzeugungskraft, dass sie auch künftig ihre Wirkung entfalten werden. Der Vorsitzende der SPD, Siegmar Gabriel, würdigte Hermann Scheer als einen Politiker, „der politische Wirkung auch ohne formale Ämter in Regierung oder Parteien entfaltete – durch seine klaren Argumente, durch seine visionäre Kraft und seine charismatische Erscheinung“. Hermann Scheer war ein Visionär, kein Träumer, der Perspektiven eröffnete, vor allem war er ein Politiker, der selbst Hand anlegte – er war ein politischer Handwerker.

 
 

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