Ein goldner Zahn mit grausamer Geschichte

Veröffentlicht am 25.06.2022 in Historisches

Es ist eine grausame Geschichte. Sie muss trotzdem erzählt werden. Heute, am 20. Juni 2022, kehrt ein kleiner Rest des kongolesischen Unabhängigkeitshelden Patrice Lumumba in seine Heimat zurück. Es ist ein mit Gold überzogener Zahn. Er wurde jetzt an Lumumbas Tochter in Brüssel in einer Feierstunde übergeben. Er ist eine Art Symbol für eine politisch und menschlich schreckliche Tat. Es ist nicht die Tat eines einzelnen Menschen, es ist die Methode eines Systems, einen den eigenen Interessen im Wege stehenden Politiker aus dem Weg zu räumen.

 

Am 17. Januar 1961 wird der Premierminister des Kongo von einem Erschießungskommando mit Unterstützung der Kolonialmacht Belgien erschossen. Sein Leichnam wurde zunächst in einem flachen Grab vergraben, dann ausgegraben und 200 km weiter erneut begraben, exhumiert, in Stücke gehackt und anschließend in Säure aufgelöst. Gerard Soete, ein belgischer Polizeikommissar, der die Zerstörung des Leichnams überwachte und daran beteiligt war, nahm einen mit Gold überzogenen Zahn an sich, ebenso zwei Finger, die allerdings nicht mehr gefunden wurden.

 

Bevor Lumumba Premierminister wurde spielte er eine bedeutende Rolle dabei, das Land aus der belgischen Kolonialherrschaft heraus friedlich in die Unabhängikeit zu führen. Im Rahmen der Kongokrise wurde er von Joseph Kasa Vubu abgesetzt, von Mobutu festgenommen und den Behörden von Katanga übergeben. Lumumba war einer der Vorkämpfer der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegung.

 

Lumumba war im Alter von 34 Jahren zum Premierminister aufgestiegen. In den letzten Tagen der Kolonialherrschaft gewählt, leitete er das Kabinett der neuen unabhängigen Nation. Bei der Machtübergabe im Juni 1960 lobte der belgische König Baudouin die Kolonialverwaltung und sprach von seinem Vorfahren Léopold II. als dem „Zivilisierer“ des Landes. Es gab keine Erwähnung der Millionen, die unter seiner Herrschaft starben oder brutal misshandelt wurden.

 

Lumumba war nicht so zurückhaltend: unterbrochen von Applaus und Standing Ovations, beschrieb er „die demütigende Sklaverei, die uns mit Gewalt auferlegt wurde“. Nie zuvor hatte sich ein Schwarzafrikaner sich getraut, so vor Europäern zu sprechen. Der Premierminister, der in der belgischen Presse als ungebildeter Dieb beschrieben wurde, soll den König und andere belgische Beamte gedemütigt haben. Einige Beobachter meinten, Lumumba habe damit sein eigenes Todesurteil unterschrieben.

 

Die USA planten ebenfalls seinen Tod. Sie fürchteten die Hinwendung Lumumbas zur Sowjetunion und dessen kompromisslosen Antikolonialismus. Von einem britischen Beamten ist eine Notiz bekannt, in der er die Ermordung Lumumbas als eine Option nennt.

 

Hermann Zoller

 
 

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