Deutschland in weihnachtlichem Kaufrausch – wirklich?

Veröffentlicht am 29.11.2012 in Allgemein

Es wird wieder Stimmung gemacht. „Eines steht fest“, stellt die Reporterin von ZDF-„heute“ fest, „das Weihnachtsgeschäft 2012 wird alles andere als bescheiden.“ Na, da wollen wir doch mal sehen, was unser Konto noch so hergibt.

Vielleicht schauen wir uns aber die Stimmungsmache, die uns auf den Bildschirmen lockt, zuerst mal an. „heute“ beruft sich auf die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg. Diese Forschungsstelle ist dafür bekannt, durch „Kaufrausch“-Propaganda bei Menschen die Kauflust zu stimulieren. Für diesen Optimismus gibt es zwar keinen Beleg, aber leider ist es so, dass auch die Politik diese Schönfärberei zum Alibi nimmt, die Hände in den Schoß zu legen.

Da ist dann noch die Meldung der dpa:
„Deutschlands Einzelhändler rechnen in diesem Jahr im Weihnachtsgeschäft mit Rekorderlösen. Der Einzelhandel werde erstmals im Weihnachtsgeschäft über 80 Milliarden Euro umsetzen, sagte der Präsident des Handelsverbands Deutschland, Josef Saktjohanser. Er rechne mit einem Plus von 1,5 Prozent ... auf 80,4 Milliarden Euro. Die Branche sei trotz bestehender Konjunktursorgen robust. Für das gesamte Jahr 2012 rechnet der HDE mit einem Umsatzrückgang von preisbereinigt 0,5 Prozent.“

Immerhin werden in dieser Agenturmeldung die „Rekorderlöse“ ein bisschen relativiert durch das Ganzjahres-Minus. Vor diesem Hintergrund sind Rekorde schlicht irreführend.

Diese Hochjubelei soll aber nicht nur die weihnachtliche Kauflaune fördern. Damit soll auch eine Entwicklung verdeckt werden, die bestimmten Politikern lieber unter der Decke halten möchten. Die aktuellen realen Einzelhandelsumsätze liegen um -1,5 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2000 und um -1,7 Prozent unter dem Niveau des Jahres 1994, dem Beginn der Datenreihe des Statistischen Bundesamtes. Das ist doch eine miserable Umsatzentwicklung und nicht im geringsten rekordverdächtig – allerdings höchst ärgerlich, denn sie belegt, dass sich die Einkommen der Arbeitnehmer/innen seit langem schon sehr wenig nach oben entwickelt haben (um es zurückhaltend zu formulieren). Und das soll mit Zuckerguss übertüncht werden.

Und wie sieht es mit dem zu erwartenden Rekord Weihnachten 2012 aus? Bei dem angekündigten Anstieg um 1,5 Prozent handelt es sich um einen nominalen, also nicht preisbereinigten Umsatzanstieg. Das Statistische Bundesamt hat für September im Einzelhandel einen Preisanstieg um 2,1 Prozent gemessen. Unterstellen wir, dass dieser Anstieg auch im Dezember zutreffen wird, dann wird aus dem Rekordanstieg um 1,5 Prozent ein Rückgang um 0,6 Prozent (1,5 – 2,1) gegenüber dem Vorjahr.

Es bleibt halt dabei: man kann jeden Euro nur einmal ausgeben und jenen, der auf dem Gehaltskonto gar nicht erst eintrifft, noch nicht einmal das. –


Hermann Zoller

 
 

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