Das wird hoffentlich ein Schuss in den Ofen

Veröffentlicht am 01.06.2024 in Politik

Borussia Dortmund genießt viele Sympathien bei deutschen Fußballfans. Jetzt hat der Club aber einen Schritt unternommen, der Kratzer auf dem freundlichen Bild verursachen könnte. Es ist inzwischen üblich im Profifußball, dass geldbeladene Sponsoren den Sport nutzen, um für sich nicht nur zu werben, um ein menschenfreundliches Image einzukaufen, auch um verkaufsfördernde Sympathien auf dem Firmenschild zu häufeln. Das muss einem nicht unbedingt gefallen, aber daran haben wir uns gewöhnt. Auch daran, dass es dabei nicht immer um Moral geht. 

 

In der Tat eine „Zeitenwende“ ist es, wenn jetzt ein Fußballklub sich mit einem Rüstungskonzern gemein macht. Der Rüstungskonzern will künftig seine Kriegswaffen mit dem BVB-Logo verzieren und als „Champion Partner“ von Borussia Dortmund auftreten. Als Trikotsponsor wird der Konzern aber nicht auftreten. Das Rüstungskonzern-Logo wird also nicht beim BVB auf der Brust oder am Ärmel zu sehen sein – auf diese Geschmacklosigkeit wollen sie dann doch verzichten. Laut „Handelsblatt“ soll es um einen zweistelligen Millionenbetrag gehen. Verlockend – aber deswegen noch lange nicht gut. 

Erfreulich ist, dass aus dem Fan-Lager heftige Kritik laut wird. Thomas Kessen, Sprecher des Fanbündnisses Unsere Kurve, gegenüber dem Deutschlandfunk: „Zwar wissen wir bei Unsere Kurve, dass der Fußball Geld braucht und dort, wo es ums Geld geht, die Moral oft in den Hintergrund tritt. Aber dass man einen Rüstungskonzern, der sein Geld damit verdient, dass er Waffen herstellt, die Menschen töten, der durch den Ukrainekrieg ein wirtschaftliches Aufleben erlebt – dass man mit diesem Geld bei Borussia Dortmund jetzt Stürmer verpflichten will, das ist ein Dammbruch. So etwas hat es noch nicht gegeben. Da fehlen einem selbst als langjährige Interessensvertretung die Worte.“

 

Der Verein begründet den Deal – so berichtet der Deutschlandfunk – mit dem Image, welches Waffenkonzerne hätten und mit einer Art Zeitenwende. Von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke heißt es in der schriftlichen Erklärung: „Sicherheit und Verteidigung sind Eckpfeiler unserer Demokratie. Deshalb halten wir es für die richtige Entscheidung, uns sehr intensiv damit zu beschäftigen, wie wir diese Eckpfeiler schützen. Gerade heute, da wir jeden Tag erleben, wie Freiheit in Europa verteidigt werden muss.“

 

Thomas Kessen kommentiert dies im Deutschlandfunk (29. Mai 2024) mit deutlichen Worten: „Würde man Verantwortung übernehmen, dann könnte man auch ein Werbevideo mit Mats Hummels und Co. für die Bundeswehr produzieren, und vielleicht die Story erzählen, dass die Bundeswehr vielleicht schwierig aber wichtig ist, weil Verteidigung in der aktuellen geopolitischen Lage wichtig ist. Hier muss man sagen ist es im Grunde derselbe Mechanismus, wie auch in Katar. Es ist Sportswashing: Rheinmetall freut sich, blutgetränkten Namen etwas schwarzgelb anpinseln kann, und Aki Watzke freut sich über mehrere Millionen Einnahmen. Es ist an Schäbigkeit nicht zu überbieten.“ 

 

Zweifellos brauchen wir in der aktuellen Entwicklung eine verteidigungsfähige Bundeswehr. Leider erfordert die aktuelle Lage, wer mitreden will, der braucht Muskeln. Trotzdem kann man Vereine nur davor warnen, auf diesen Zug mit diesem verlockenden Sponsoring aufzuspringen, auch wenn Millionen locken. Die Welt ist gewiss voller heißer Konflikte. Aber hier geht es für den Sport um eine Grundsatzfrage: Will er politisch neutral bleiben (wie wir es von anderen Ländern fordern) – oder will er sich zum Handlanger einer diskussionswürdigen, nicht ungefährlichen Politik machen: als Instrument zur Kriegsertüchtigung. Und die Bundesregierung und unseren Bundespräsidenten kann man nur warnen, aus überschäumender Begeisterung für diesen Deal den BVB als leuchtendes Beispiel anderen Sportvereinen und in der Verlängerung dann auch anderen als Vorbild vorzuführen.

 

Hermann Zoller

 

 

 

 

 
 

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